Eine kleine Firmengeschichte
Historisch begann vor mehr als 100 Jahren in Leer/Westfalen, einem kleinen Ort, nur 5 Kilometer von der Kreisstadt Burgsteinfurt entfernt, der Werdegang des heutigen Unternehmens Raue. 1898 gründete Wilhelm Raue die Firma als Kutschwagenlackierung Raue. Der Lack diente damals dem Baustoff Holz als Schutz vor Feuchtigkeit. Doch die adeligen Herrschaften der Region wollten auch, dass sich die eigenen Kutschen von den gewöhnlichen Gefährten abhoben. Die ersten optischen Lackierungen entstanden. Randnarben wurden mit Gold belegt oder die Konturen der Aufbauten mit feinsten Linien verziert. Wilhelm Raue konnte schon damals durch seine Arbeit den Namen Raue als Standard definieren.
Schon damals wurde Innovation groß geschrieben. So schickte der Firmengründer seine späteren Nachfolger durch ganz Europa. Designs aus Italien & Frankreich waren modern und die Technik konnte nur Vorort gelehrt werden. So musste Bernhard Raue auf Wanderschaft gehen und diese Techniken erlernen. Nicht nur Goldeinlagen oder das Pausen mit Papier waren Techniken die man hier noch nicht kannte. Das Veredeln von Metallen durch „einmalige“ individuelle Verzierungen. Das Anbringen von Marmoreffekten auf weißem Lack mit einer einfachen Kerze und die abschließende Veredelung mit einem klaren Lack. Die Werbung erhielt so Einzug ins Unternehmen.
1929 übernahmen die Brüder Bernhard und Robert Raue das Geschäft und machten aus der Kutschwagenlackierung eine Lackieranstalt für Automobile. Der Firmensitz wurde nach Burgsteinfurt verlegt, da das neue Angebot mehr Platz erforderte. Dank seiner hervorragenden Fähigkeiten im Bezug auf Typografie und die damit verbundene Nähe zur Werbung, damals noch unter der Rubrik Schildermaler bekannt, expandierte das Unternehmen kräftig und wurde bereits im Jahr 1933 durch eine Tankstelle erweitert.
Die Qualität der Raue-Lackierung sprach sich schnell herum. Bereits im Jahr 1964 wurden weitere Grundstücke erworben und die Werkshalle um ein vielfaches Erweitert. Neben der Nutzfahrzeuglackierung florierte im neuen Zeitalter auch die PKW-Lackierung. Schnell wurde erkannt, dass das Automobil an Wert verliert, wenn kleine Schäden nicht sofort beseitigt wurden. Die Firma Raue profitierte mal wieder von der vorausschauenden Planung der Firmenführung und die fortwährenden Investitionen in neue Techniken.
Nur zwanzig Jahre reichte der Platz an der Ochtruper Straße aus. Bernhard und Robert Raue übergaben das Geschäft an ihren Nachfolger Heinz Bernd Raue, da sie nach nun mehr 55 Jahren der Firmenführung, die Strapazen einer erneuten Erweiterung nicht mehr auf sich nehmen wollten. Unter Heinz Bernd Raue siedelte die Firma im Jahr 1984 in das neue Gewerbegebiet Sonnenschein am Stadtrand von Steinfurt. Es entstand ein in der Region einmaliges Unternehmen mit getrennten Hallen für den PKW- und den Nutzfahrzeugbereich. Die Planung erfolgte zukunftsorientiert. Der damalige Neubau an der Dieselstraße ist noch heute das Grundgerüst des Unternehmens. Wenn auch lange nicht mehr mit der Technik von 1984.
Wie seine Vorgänger entwickelt auch Heinz Bernd Raue die Möglichkeiten des Unternehmens weiter. Bereits im Jahr 1999 investiert Heinz Bernd Raue in die Werbetechnik. Die Produktion von Folienbuchstaben und Digitaldrucken wurde in das Rahmenprogramm aufgenommen.
Im Jahr 2004 wird die PKW-Halle vom Grund auf umgebaut und erweitert. Mit dem Umbau wurde auch das Konzept neu erstellt. Der Fortschritt in der Technik zollte seinen Tribut. Eine gute Lackierung ist durch die steigende Zahl an technischen Finessen innerhalb der PKW nicht mehr so einfach zu realisieren. Um die Qualität der Raue-Lackierung halten zu können, benötigte man nun auch Fachpersonal für die Karosserie und die Technik im Wagen. Eigens für diesen Zweck wurde kräftig in Mitarbeiter und Technik investiert und eine Reparaturwerkstatt und die Unfallinstandsetzung in das Lackierwerk installiert. Ein eigener Meister sorgt mit drei Mitarbeitern für die korrekte De- & Montage der PKW. Die hausinterne Werkstatt wurde mit der neuesten Technik ausgestattet. Ziel ist es, dem Kunden ein optisch und technisch einwandfreies Fahrzeug zu übergeben.
Erneut sprachen sich die Qualität und die Vielseitigkeit von Raue herum. Im Jahre 2006 reichten zwei Meister nicht mehr aus, die angestrebte Qualität des Unternehmens zu erhalten. Mit der Umfirmierung in Raue GmbH & Co. KG steigt nun Dominik Raue als dritter Meister mit in das Unternehmen ein. Er übernimmt den Bereich der Nutzfahrzeuglackierung und entlastet seinen Vater Heinz Bernd Raue im Bereich der PKW-Lackierung.